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Rechtsprechung

Grundsätzliche Bedeutung der Wohnfläche im Verkehrswertgutachten

Gericht: OLG Brandenburg
Entscheidungsdatum: 07.03.2018
Aktenzeichen: 7 U 87/16

Das Oberlandesgericht stellt fest, »dass das Gutachten des Beklagten zum Zwangsversteigerungsverfahren allein deshalb falsch gewesen sei und einen überhöhten Verkehrswert ausgewiesen habe, weil der Beklagte die für die Verkehrswertermittlung wichtigste Größe, die Wohnfläche der zu bewertenden Immobilie, nicht festgestellt und ungeprüfte Angaben übernommen habe.«

Darüber hinaus wird in dem Urteil ausgeführt: »Hinsichtlich der grundsätzlichen Bedeutung der Wohnfläche liegt in der unzuverlässigen Ermittlung der Wohnfläche im Verkehrswertgutachten nicht nur ein schwerer Verstoß gegen die Anforderungen der erforderlichen Sorgfalt bei der Erstellung eines Verkehrswertgutachtens. Vielmehr ist auch eine Vorwerfbarkeit in subjektiver Hinsicht gegeben, da dem Beklagten die Leichtfertigkeit seiner Ermittlung der Wohnfläche bewusst sein musste.«

Bereits vorinstanzlich hatte der vom Landgericht bestellte Sachverständige festgestellt, dass sich die nicht durchgeführte Innenbesichtigung, die Ableitung der Wohnfläche und Nichteinholung von direkten Vergleichsdaten aus der Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses als grobe Unzulänglichkeiten darstellten. Marktteilnehmer orientierten sich bei der Kaufpreisfindung von Eigentumswohnungen vorrangig am üblichen Marktwert je Quadratmeter Wohnfläche. Daher sei insbesondere größte Sorgfalt bei der Einholung von geeigenten Vergleichskaufpreisen und der Ermittlung der zugrunde zu legenden relevanten Wohnfläche notwendig.

Ansprechpartner

Sachverständigenbüro Seitz
Schumannstraße 7
50931 Köln

Frau Dipl.-Ing. Karla Meißner
T. 0221 4992095
meissner@sv-seitz.de

Herr Dipl.-Ing. Thomas Henkel
T. 0221 4992095
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